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Heimat- und Fördergemeinschaft

Börde Heeslingen e.V.

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Aus ganz Niedersachsen zum Spinnen nach Heeslingen
Spinnräder surren auf dem Heimathausgelände

Heeslingen (gh).
Auf dem Heimathausgelände in Heeslingen trafen sich am Sonnabend Spinngruppen aus ganz Niedersachsen. Über 130 Teilnehmer, überwiegend Frauen, jedoch auch einige Herren der Schöpfung, die sich diesem alten häuslichen Handwerk verschrieben haben, ließen ihre Spinnräder surren.

Angelika Kuschel, Sprecherin der Handarbeits- und Backteams in den Reihen der Heimat- und Fördergemeinschaft begrüßte die einzelnen angereisten Gruppen. Man kennt sich, man trifft sich hier und da bei ähnlichen Zusammenkünften.

Spinnräder aus den verschiedensten Epochen wurden betätigt, auch ganz moderne, die völlig ohne gedrechselten Schnickschnack ihre Arbeit tun. Alle Teilnehmer strahlten Gelassenheit aus, es wurde geklönt und gesponnen, was umgangssprachlich manchmal das Gleiche ist.

Spinner können auch singen und spinnen, wie das geht, demonstrierte ein pensionierter Dorfschulmeister aus Bad Driburg. Er stellte sich als Nachhilfelehrer zur Verfügung und fand in der Heeslingerin Nadine Behrens ein wahres Naturtalent. Sie hatte noch nie an einem Spinnrad gesessen, und das, was der Gast aus Bad Dribung für Übungszwecke mitgebracht hatte, war von ihm aus Lärchenholz selbst gebaut. Er berichtete den umstehenden Besuchern von Anfängerfehlern, die er „Paketgarn“ oder „Korkenzieher“ nannte. Wer Angst habe, den Faden aus der „Flocke“ herauszuziehen, würde Paketgarn produzieren, und im umgekehrten Fall sehe das Ergebnis aus wie ein Korkenzieher. Doch Nadine Behrens unterlief keiner dieser Anfängerfehler, mit stoischer Gelassenheit koordinierte sie ihre beiden Hände sowie den Fuß mit gleichmäßigem Pedaltritt. Vielleicht hat sie ja am Sonnabendnachmittag ein neues Hobby entdeckt.

Es wurde auch ein Wollkämmer auf dem Heimathausgelände entdeckt, der letzte seiner Art in Niedersachsen, wie er betonte. Aus der Wolle von Milchschafen, am liebsten sind ihm da die Böcke, stellt er mittels aufgeheizter Eisenkämme seidiges Kammgarn her. Das Aufheizen habe den Zweck, das Lanolin, welches die Wollfaser umgebe, geschmeidig zu machen.

Ein Korbflechter bot seine Waren feil, eine Klöpplerin faszinierte mit ihrem filigranen Handwerk, und was aus selbst gesponnener Wolle gestrickt und gehäkelt werden kann, konnte ebenfalls in Augenschein genommen werden.

Zum Schluss gab es Gastgeschenke für die Ausrichter der Heimat- und Fördergemeinschaft und Angelika Kuschel dankte ihren jugendlichen Helfern aus den Reihen der Landjugend und der Jugendfeuerwehr für deren tatkräftige Unterstützung.

BötersenAnna-Maria Behrens aus Bötersen an einem wunderschönen alten Spinnrad
HemmoorDie Spinngruppe aus Hemmoor hatte musikalische Begleitung mitgebracht
NachhilfeNadine Behrens aus Heeslingen sitzt zum ersten mal an einem Spinnrad
WolleEin Wollkämmer aus Langlingen im Kreis Celle
SittensenGastgeschenk von der Spinngruppe des Sittenser Heimatvereins für Angelika Kuschel

Fotos.gh

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