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Die Danzers waren zum internationalen Folklorefestival in Tschechien

Zerrissene Hosen und verlorene Stunden in Brünn (Einige Fotos am Ende dieses Berichtes)

Die Fahrt der Börd Heeßler Danzers zum internationalen Folklorefestival in Brünn begann eigentlich ganz harmlos. Am Donnerstag Abend stiegen wir in den Bus und luden die Original Scheeßler Trachtengruppe ein. Doch schnell begann der Sittenverfall, denn um die Fahrt lustiger zu gestalten machten schon bald einige Flaschen mit verschiedensten Inhalten die Runde. Auch an Schlafen war deshalb kaum noch zu denken, denn entweder ging es zu nächtlichen Snacks auf Autobahnraststätten oder neuer Stimmungsaufheller bahnte sich den Weg. So kamen wir dann am nächsten morgen etwas übernächtigt, aber frohen Mutes, in Tschechien an.

Kaum angekommen testeten einige sofort die Bequemlichkeit der Hotelbetten, während andere sich wagemutig der Erkundung der Stadt auf eigene Gefahr stellten. Die Stadtrundfahrt begann nämlich erst später, die einen Überblick über die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten, wie die Universität und den Spielberg mit seiner Burg, gab.

Am Abend wurde es dann erst bei einem festlichen Empfang wieder gesittet, doch nachdem die anderen Gruppen beschnuppert wurden, lockerte sich die Stimmung immer weiter auf, und so endete der Abend in dem Club des Hotels. Nach Tanz und Beisammensein ging es auf die Reise in die Betten, die sich einige Etagen tiefer befanden. Doch der Weg schien länger als gedacht, denn erst eine Stunde, nachdem einige den Club verlassen haben, kamen sie im Hotelzimmer an. Wo ist diese verlorene Stunde?

Der nächste Tag begann kulturell, und so fuhren wir in die Tropfsteinhöhle Balcarkov. In der „Höhle der Katastrophen“ war der Name Programm. Der gesamte Pulk testete die Akustik und trällerte „Das Wandern ist des Müllers Lust“ aus voller Brust. Auch der nächste Akustiktest ließ nicht lange auf sich warten, denn die Wallfahrtskirche, die anschließend besichtigt wurde, musste ebenfalls einen Test bestehen. Nachdem wir dann über das Schlachtfeld von Austerlitz, auf dem Napoleon Bonaparte die österreichisch-russische Armee besiegt hatte, gefahren sind, folgte auch gleich die dritte Gesangsprobe. In dem edlen Kaisersaal des Schlosses von Austerlitz gaben alle anwesenden „auf der Lüneburger Heide“ zum Besten.

Anschließend ging es zurück nach Brünn, wo es dann bei einer Stadtführung unter anderem die „unpässliche Jungfrau“ und das „unanständige Männlein“ zu sehen gab. Der Abend begann dann mit einem romantischen Essen bei Caféhausmusik in einem Weinkeller. Doch schnell änderte sich die Stimmung nach dem Essen, und so wurden die schmalen Gänge spontan zur Tanzfläche erklärt, während andere ihre am Tag geprüften Stimmbänder erneut zur Unterstützung strapazierten. Und abermals endete der Abend im Club Conti, diesmal allerdings recht trocken, da der Kellner so abwesend war, dass er, nachdem alle gegangen waren, vor Erschöpfung mit Gummi-Maske auf der Tanzfläche schlief.

Um die Sünden der vergangenen Tage auszugleichen besuchten wir am Sonntag die feierliche Ostermesse in der Peter-Paul-Kathedrale. Anschließend begann der Festumzug der Gruppen durch die Stadt zum Festplatz, wo es schöne, interessante und amüsante Auftritte gab. Highlights bei den Auftritten waren ein Kiesfußboden, der beim Stampfen wie Holz klang, als auch eine während des Tanzens reißende Hose. Die gelungenen Auftritte wurden mit einem gemeinsamen Tanzabend der Gruppen gefeiert. Und wieder haben sich die entstandenen Freundschaften unter den Gruppen so vertieft, dass man sich nicht trennen konnte und so endete man nach dem Saal in der Hotellobby um von dort aus noch eine kleine nächtliche Tour zu starten. Der Schlaf kam dadurch zwar etwas kurz, da am nächsten Morgen die Heimreise begann, doch das war ein geringes Opfer für den gelungenen Abend.

Alles in Allem war es ein sehr gelungener und erinnerungswürdiger Osterausflug. Vielleicht lag es an den schönen Bekanntschaften, oder aber daran, dass wir uns an das Motto unserer Reiseleiterin gehalten haben: „Tut nur schöne Dinge!“



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