Bericht aus der Zevener Zeitung vom 08. Juni 2010

Heimattag wieder gut besucht

Musik und Tanz unter alten Eichen vor dem urigen Domizil der Heimatfreunde an der Oste

Heiß begehrt waren auf dem Heeslinger Heimathausgelände am Sonntagnachmittag die Schattenplätze. Den Veranstaltern des Heeslinger Heimattages war strahlendes Sommerwetter beschieden, etliche Ausflügler wählten das Bördezentrum als Ziel ihrer Tour. So herrschte den ganzen Nachmittag reges Treiben unten den alten Eichen, wo sich die vielfältigen Tanz- und Gesangsdarbietungen munter abwechselten.

Zur Begrüßung bildeten die „Börd Heeßler Plattdüütsch Singers“ und die singenden Heimatfreunde aus Selsingen einen großen Chor. Die „Kinnerdanzers“ aus den Reihen der tanzfreudigen Mitglieder der Heeslinger Heimat – und Fördergemeinschaft erfreuten das Publikum mit ihrer Unbekümmertheit. Bei der öffentlichen Premiere des „Puttjenter“ gab es noch den einen oder anderen Fehltritt, doch den hüpften die Mädchen in ihren roten Röcken einfach weg.

Gesangsprofis traten auf

Fast schon Profis sind die Sangesschwestern und -brüder der Camerata Rossinyol aus Ahlerstedt. Hans-Hermann Raap berichtete der Moderatorin Gerda Cordes, dass der Chor im nächsten Jahr seinen 20. Geburtstag feiern könne. Chorleiterin Irma Kögel, pensionierte Pädagogin, war mit ihrem Ehemann extra aus Berlin angereist.

Aus Glinstedt zu Besuch in Heeslingen war die dortige Volkstanzgruppe, hervorgegangen aus früheren Landjugend-Mitgliedern. In ihre Sternenpolka hatten sie den „Bohnenpott“ eingearbeitet. Bei dieser eingängigen Melodie bemerkte eine alte Dame aus dem Publikum „Den habe ich schon vor fast 70 Jahren in der Anderlinger Landjugend getanzt“.

Maritim wurde es beim Vortrag des Heeslinger Shanty-Chores, gestandene Mannsbilder unter weiblicher Leitung. Drei Nachbarn aus dem Heeslinger Wohngebiet „In der Heide“ Dirk Ehlen, Dierk Holsten und Ulrich Alpers, knatterten den Besuchern mit ihren alten NSU-Mopeds etwas vor. Die legendären „Quicklies“ aus den 1950er Jahren waren die ersten echten Mopeds der Nachkriegsgeschichte.

Die „Börd Heeßler Danzers“ sind übrigens richtig stolz auf ihre vier Musikanten, wie Johann Klindworth das Publikum wissen ließ. Er bedankte sich bei dem Quartett für die Unterstützung an jedem Übungsabend.

Das Heimathaus diente an diesem Tag nicht nur als Kulisse für die Tanz- und Gesangsdarbietungen, unter dessen Reetdach herrschte den ganzen Nachmittag reges Treiben. Das Küchenteam des Veranstalters verwöhnte die Gäste mit hausgemachten Torten und frischem Butterkuchen aus dem vereinseigenen Backofen. Altes Handwerk wurde den Besucherinnen und Besuchern außerdem noch präsentiert. Im Halbkreis hatten sich die Spinn-Freunde aus Sottrum und Nartum mit ihren historischen Spinnrädern formiert. Dieter Kensmann fertigte Seile, beim Kunstschmied Karl Turn war der Klang von Hammer und Amboss zu hören und Hans Werner Mattfeldt erklärte „Binsenweisheiten“.